Kindle Touch eBook Reader

Wie Anfang des Jahres bereits berichtet, lese ich seit einiger Zeit nun also auch Literatur in elektronischer Form. Das Gerät meiner Wahl heißt Kindle Touch und wird von Amazon(.com) angeboten. Da ich nun schon einige Bücher (4 um genau zu sein) mit dem Gerät gelesen habe, möchte ich es hiermit mal den Lesern meines Blogs etwas genauer vorstellen. Zu den technischen Grundlagen eines solchen eBook Readers möchte ich keine großen Worte mehr verlieren, Informationen dazu kann man sich zB. bei Wikipedia holen.

Der Kindle Touch ist ein eBook Reader mit einem 6 Zoll großen Touchdisplay in eInk-Technik. Dabei ist die Touchfunktion nicht mit einer aufgebrachten berührungssensitiven Schicht realisiert, sondern mit Infrarotsensoren, die seitlich vom Display sitzen. Genau genommen handelt es sich also um eine Näherungsdetektion, es reicht nämlich auch, den Finger “nur” ganz nah ans Display zu bewegen, auch dann wird reagiert. Vorteil: durch die fehlende ‘Touchfolie’ gibt es keine Einschränkungen beim Kontrast, woran andere Geräte wohl kranken sollen. Das Gerät ist mit 213 Gramm leicht und liegt durch sein dünnes Gehäuse sehr gut in der Hand. Als Betriebsystem werkelt wohl ein angepasstes Linux unter der Haube, konkrete Informationen dazu habe ich aber nicht.

Das Gerät hat ganze zwei Tasten: die Reset/Power-On Taste an der unteren Seite des Gerätes und den Homebutton direkt unter dem Display. Wenn man das Gerät nun aktiviert (typischerweise lässt man es im Bildschirmschonermodus, wenn man es nicht benutzt), erscheint als Begrüßung das Hauptmenü.

Home Menü

Diese Darstellung erscheint ebenso immer, wenn der Home Button betätigt wird. Typischerweise würde man sich jetzt ein Buch auswählen und es antippen. Dann springt man zur zuletzt gelesenen Stelle in dem Buch.

Buchdarstellung in von mir favorisierter Schriftdarstellung

In der Buchdarstellung gibt es nun drei verschieden belegte Touchbereiche auf dem Display. Ein schmaler Rand links dient zum zurückblättern auf die vorherige Seite, ein großer rechter Bereich zum weiterblättern auf die nächste Seite, und ein schmaler Bereich oben aktiviert die Darstellung des Buchmenüs (wie oben dargestellt). Unten hat man dann Buttons für drei wichtige Funktionen: Schriftdarstellung ändern, an eine Stelle des Buches springen und das Syncen des Lesefortschrittes. Letztere Funktion macht zB. Sinn, wenn man ein Buch mit Kindle Anwendungen auf verschiedenen Endgeräten liest. Die Schrift lässt sich in diversen Eigenschaften einstellen, zum Beispiel Größe und Typ (Style) , aber auch Zeilenabstand (unter Spacing).

Einstellung der Schriftdarstellung im Lesemodus

Unter GoTo kann man zu verschiedenen typischen Bereichen im Buch springen, die man auch als klassischen gedruckten Büchern kennt.

Go To Menü im Lesemodus

Im oberen Teil des Menüs kann man eine Volltextsuche innerhalb des Buches durchführen, ein Menü aufrufen, und zum Kindle eBook Store gehen. Wenn man diese Funktion mit einem deutschen Amazon(.de) Account nutzt, erscheint leider nur eine Fehlermeldung.

Versuch den Kindle Store zu öffnen

Da der Kindle Touch im Moment offiziell nur über Amazon.com bezogen werden kann, hat man also mit einem deutschen Account leider keinen direkten Zugriff auf den Kindle Store. Bücher muss man also über die ganz normale Amazon Webseite kaufen, was ich für mich aber nicht als Problem sehe. Wenn man unterwegs ist und keinen Zugriff auf einen extra Rechner hat, könnte es aber ein wenig problematisch werden, falls man neuen Lesestoff benötigt. Eine Abhilfe dafür stelle ich später kurz vor.

Zunächst noch kurz die Grenzwerte der einstellbaren Schriftgrößen. Während die kleinste Schriftgröße noch praktikabel erscheint:

kleinste einstellbare Schriftgröße

erscheint der Nutzen der größten Schriftgröße eher fragwürdig.

größte einstellbare Schriftgröße

Ich glaube, wer so schlecht sieht, wird mit solch einem Gerät sowieso eher keine Freude haben 😉 Wenn man nun ‘fertig’ gelesen hat, deaktiviert man entweder das Gerät über den Power-On Button oder wechselt mit dem Home Button zurück in das Hauptmenü.

In diesem kann man auch das Menü für die Haupteinstellungen aufrufen, welches Zugriff für diverse Gerätefunktionen bietet. Da wären zB. WLAN, Registrierung des Gerätes auf einen Amazon Account und die experimentellen Features. Was sich darunter wohl verbirgt? Ganz einfach: Funktionen, die von Amazon als nettes Beiwerk bereitgestellt werden. Darunter fallen ein Webbrowser, MP3-Player und die Text-to-Speech Funktion.
Während letztere für mich keinen großen Nutzen darstellt, und mein iPod als MP3-Player dient, ist der Webbrowser doch schon eher interessant.Mittels diesen könnt man nun nämlich auch unterwegs ohne Rechner Bücher erwerben, indem man einfach damit die Amazon Seite aufruft. Man kann natürlich auch seinen Blog checken 😉

Webbrowser

Insgesamt ist der Kindle Touch also ein nettes Paket aus sinnvoller Technik und Funktionen, die sehr gut auf den Hauptzweck des Gerätes abgestimmt sind: das Lesen von Büchern, bevorzugt natürlich bei Amazon gekauft 😉

Damit kommen wir zum für mich einzigen Wermutstropfen: Der Kindle versteht neben PDF und anderen eher nicht für Bücher geeigneten Formaten nur das Amazon Kindle Format (AZW) und Mobipocket (MOBI). Beide werden ausschließlich von Amazon genutzt, oft auch mit DRM, Bücher von anderen Anbietern liegen (fast) immer im standardisierten EPUB-Format vor. Solche Bücher bekommt man also nicht einfach so auf das Gerät gespielt. Aber dafür gibt es natürlich eine Lösung: Mit dem freien Tool Calibre kann man alle möglichen eBook Formate (ohne DRM, ansonsten hilft vielleicht Google) ineinander umwandeln, wie z.B. auch EPUB in MOBI Dateien.

Diese kann man dann über zwei Wege auf das Gerät transportieren:

  • per mitgeliefertem Micro USB Kabel (das einzige außer dem Kindle selber)
  • per Mail an die beim Registrieren angelegte Kindle Emailadresse

Letzterer Weg steht übrigens für alle eBook Formate offen, die vom Kindle unterstützt werden, nennt sich bei Amazon ‘persönliche Dokumente’. Ich habe auf diese Weise schon einige Bücher, die ich bei Thalia gekauft habe, auf meinen Kindle bekommen. Sobald man mit dem Kindle online geht, synct er sich mit dem Amazon Kindle Account und bietet die noch nicht auf dem Gerät befindlichen Dokumente zum Download an. Perfekt :-)

Ihr merkt vielleicht, ich bin doch schon ziemlich begeistert von meinem Kindle Touch. Für mich bleibt (fast) kein Wunsch unerfüllt. Gut, UMTS (wird für 139 Dollar angeboten) wäre noch ganz nett, habe ich mir aber gespart.

Ich kann euch also einen eBook Reader, und speziell den Kindle Touch, nur weiterempfehlen. Andere Geräte habe ich noch nicht groß benutzt, den Oyo 2 von Thalia und den Sony T1 hatte ich mal kurz in der Hand. Ersterer wirkte für mich nicht wirklich reaktionsschnell, zweiterer war leider in der Thalia Filiale nicht wirklich benutzbar, weil er nicht geladen war. Ansonsten soll der Sony Reader (dessen System übrigens auf Android basiert) eine gute Alternative zum Kindle sein, wenn man diversen Quellen trauen darf.

Posted in: Buchstaben, Technik

One comment

  1. ODH says:

    Sehr gutes Review, vielen Dank dafür!
    Dennoch kann ich mich noch nicht so recht damit anfreunden, ich stehe irgendwie auf Papier, Bücherregale und verleihen und geliehen bekommen.
    Aber darüber können wir ja mal an anderer Stelle diskutieren 😉

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