Fileserver 2.0

Durch eine glückliche Fügung hatte ich letztens die Gelegenheit, meinen als Fileserver dienenden Brettaufbau durch eine zeitgemäßere HW zu ersetzen. Die Rede ist vom durch HP angebotenen N36L Microserver, den mir ein Freund zu einem sehr guten Preis (175€) angeboten hat. Die technischen Daten klingen schonmal gut:

  • Athlon II-Neo, 1,3 GHZ-Dualcore Prozessor
  • 1GB DDR3 ECC RAM, 2 Slots bis max. 8GB aufrüstbar
  • 4 Einschübe für 3,5” SATA-Festplatten
  • 1 Gbit LAN Schnittstelle
  • 1 eSATA Schnittstelle
  • 6 x extern, 1 x intern USB 2.0
  • VGA Port
  • 3,5” Slot für ein CD/DVD-LW

Insgesamt eine für Privatanwender doch völlig ausreichende Ausstattung. Einen zusätzlichen 1GB RAM-Riegel habe ich dann aber doch noch installiert, kann ja nicht schaden. Apropo HW-Installation: die ist echt super gelöst, alles ist modular aufgebaut und kann durch Lösen von wenigen Schrauben und Verschlüssen auseinandergebaut werden. Die Schrauben zum Befestigen der Festplatten in den Einschubhaltern findet man zB. auf der Rückseite der Fronttür, was mir erst auf den zweiten Blick aufgefallen ist 😉

Meine zwei Festplatten habe ich samt Halterung in die ersten zwei Slots geschoben. Als Betriebssystem wählte ich Ubuntu Server 10.04 LTS als 64 Bit Variante. Installiert habe ich es auf einem USB-Stick, den ich vorher bezüglich Performance getestet habe. Viele billige Sticks erlauben nur recht langsame Schreib-/Lesezugriffe, was bei Installation und Betrieb des Betriebssystems dann nicht wirklich Spass macht. Nach der Installation habe ich den USB-Stick in den direkt auf dem Mainboard aufgebrachten Slot gesteckt und den Server hochgefahren.

Das auf den Platten eingerichtete RAID1 wurde anstandslos erkannt, es konnte also problemlos eingehängt werden. Nun noch die Pakete openssh-server und nfs-kernel-server per apt installiert und eingerichtet. Damit war nun auch Fernwartung per SSH und die Freigabe meiner Daten im LAN per NFS möglich. Zur Konfiguration des NFS-Servers verweise ich auf das Wiki von ubuntuusers. Zuletzt kam noch ein kleines Tool namens miniDLNA dazu, mit welchem man seine Medien per UPnP im LAN freigeben kann. Damit ist zB. auch der Zugriff von mobilen Endgeräten wie Tablets möglich, für welche es oftmals einen Client mit UPpP-Unterstützung gibt. Den laufenden Server könnt ihr schön auf dem Bild sehen :-)

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Die Performance des Gerätes ist tadellos, der GBit Anschluss sollte auch anspruchsvolle Anwender zufrieden stellen. Die Festplatten lasse ich mit hdparm nach 30 Min Nichtaktivität herunterfahren, was so pro Festplatte an die 3-4 Watt weniger Stromverbrauch bringen dürfte. Genauere Verbrauchsmessungen werde ich in nächster Zeit mal durchführen. Noch etwas zum Geräuschpegel des Microservers: Es sind zwei Lüfter verbaut. Ein Kleiner im Netzteil und ein Gehäuselüfter mit 12 cm Durchmesser. Wohnzimmertauglich ist das Gerät in dieser Konfiguration definitiv nicht, der großer Lüfter ist schon deutlich zu hören (laut Doku 22dB). Grund ist der doch recht große Luftstrom durch das Gehäuse, welcher die Festplatten und das Mainboard natürlich schön kühl hält. Trotzdem werde ich mich demnächst wohl mal mit dem Austausch des großen Lüfters durch einen leiseren Typ beschäftigen.

Das vorläufige Fazit: Das Gerät eignet sich hervorragend als Fileserver für den Privatanwender mit gehobenen Ansprüchen, der keine Scheu hat, es selber aufzusetzen. Dafür bekommt man viel Leistung für sein Geld und ein durchdachtes HW-Konzept. Ich bin sehr zufrieden :-)

PS: HP bietet auch ein Nachfolgermodell, den N40L, an. Bis auf eine andere CPU und initial 2GB RAM sehe ich auf den ersten Blick aber keinen Unterschied bei dessen Ausstattung.

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