MacPorts: ein Hauch von “apt” auf dem Mac

Vorgestern stand ich mal wieder vor einem Problem, was einige Macuser bestimmt auch kennen: die für eine Arbeit nötige SW läuft nicht unter meinem Lieblingssystem, sondern nur unter Windows (und Linux). In diesem konkreten Fall handelt es sich um GTKWave, einen Waveviewer, der die Ergebnisse einer VHDL-Simulation mit GHDL darstellen soll. Als erste Lösung fiel mir die Virtualisierung von Linux mittels VirtualBox ein, was aber eher schon mit Kanonen auf Spatzen schießen wäre. Ein ganzes System virtualisieren, nur um ein Programm nutzen zu können? Es muss doch auch anders funktionieren.

Und das tut es auch. Und zwar in Form eines Projektes namens MacPorts, welches eine ganze Menge an Open Source Projekten mittels einer Paketverwaltung im Stil des von Debian bekannten Tools apt bereitstellt. Wenn man das benötigte Programm unter den über 12.600 bereitgestellten Paketen findet, kann man den Versuch also wagen. Wie sich noch herausstellen wird, ist es einfach einzurichten und komfortabel zu bedienen, mit der Benutzung des Terminals sollte man aber kein Problem haben :-)

Zunächst folgt man dem auf der Webseite des MacPorts Projektes aufgezeigten Weg der Installation. Dafür muss als erstes die MacOS Entwicklungsumgebung XCode installiert werden. Grund dafür ist der größte Unterschied zum apt-Tool: die von MacPorts bereitgestellten Pakete werden erst auf dem Zielrechner kompiliert, heruntergeladen wird also nur der Quellcode und die zum Kompilieren nötigen Dateien. Das ausführbare Programm entsteht erst durch das Kompilieren im zweitem Schritt.

Nachdem man XCode eingerichtet hat (welches man übrigens bei Apple, auf der Mac OS-CD, oder im Mac App Store findet) muss noch ein X-Server installiert werden. Auch diesen findet man auf der Mac OS-CD. Schlussendlich installiert man MacPorts mittels des dmg-Packages (zu finden auf der Webseite von MacPorts).

Nun ist der Weg frei. Achtung, ab sofort sinnd wir im Terminal unterwegs :-) Als erste Amtshandlung sollte die Installation mit dem MacPorts Server abgeglichen werden, dazu dient das Kommando selfupdate:

sudo port -v selfupdate

Jetzt kann man nach Paketen suchen:

sudo port search <Paketname>

Und diese dann installieren:

sudo port install <Paketname>

Falls das Paket Abhängigkeiten zu anderen Paketen hat, werden diese auch alle mit installiert, das kann unter Umständen schon etwas ausarten. Ein Prozess, der Debiannutzern schon bekannt sein dürfte 😉 Eine Aufstellung aller Kommandos von MacPorts findet ihr in dessen Dokumentation.

Installation eines Paketes mit MacPorts

Voilá, wir haben das erste Programm mit MacPorts eingerichtet. Nach der Installation kann das Paket im Terminal einfach gestartet werden, der Installationspfad ist /usr/local/bin, liegt also schon in der globalen Pfadvariable. Das soll es zum Thema MacPorts erstmal gewesen sein, mit der Anleitung dürftet ihr es auch auf eurem Mac einrichten können.

Posted in: Technik

4 comments

  1. minipli says:

    Ich halte mit MacPorts meinen vim immer auf dem Laufenden. Ein Muss für jeden Mac User 😉

  2. ODH says:

    Ist das eine Art PPA?
    Wie funzt das mit den Updates?

  3. gcf gcf says:

    Ist das eine Art PPA?

    Mhm, es funktioniert eher so, dass auf dem MacPorts Server der Sourcecode und die Buildumgebung für die Projekte liegt. Diese werden beim Installieren runtergeladen und die Programme werden erst direkt auf deinem Mac in Maschinencode übersetzt und das entstandene Binary wird in den /usr/local/bin Ordner geschoben. Bei PPA’s sind die Pakete ja schon vorkompiliert und werden quasi auf deinem Rechner nur noch ausgepackt.

    Wie funzt das mit den Updates?

    Updates funzen über das Kommando ‘upgrade’ wie zB. ‘sudo port upgrade gtkwave’

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